Aufregung um Hildesheimer Dom-Uhus

Die neuen Bewohner im Westwerk des Hildesheimer Doms halten den Domhof ordentlich auf Trab: Erst hatten die Vögel alle mit ihrer bloßen Anwesenheit überrascht. Denn das in diesem Jahr klammheimlich Uhus in den Nistkasten auf 30 Metern Höhe eingezogen waren, hatte zuerst niemand mitbekommen.

Ursprünglich hatten sich dort oben in den vergangenen Jahren Turmfalken einquartiert. Und als klar wurde, dass auch in diesem Jahr im Domturm erneut gebrütet wird, rechnete jeder mit einer Rückkehr der Turmfalken. Als dann Mitte Mai die Webcam wieder aktiviert wurde, die normalerweise Bilder aus dem Nistkasten lieferte, war die Überraschung groß: Die vermeintlichen Turmfalken entpuppten sich als Uhus. Die Überraschung hatte den Uhus allerdings nur gelingen können, weil die Webcam aufgrund der Sanierung des Doms zeitweise ausgeschaltet war.

Kurz nach ihrer Entdeckung sorgten die Dom-Uhus für regelrechte Aufregung: Eines der Jungtiere fand sich am Morgen des 16. Mai plötzlich auf dem Domhof wieder. Offenbar war es aus dem Nistkasten gestürzt. Bauarbeiten hatten den Vogel auf dem Domhof gefunden. Doch der Uhu hatte Glück im Unglück: Er überstand den Sturz, wenn auch mit ein paar Blessuren. Das Jungtier wurde in der Aufzuchtstation Wildgatter Hildesheim aufgenommen und wird seitdem dort betreut.

Am Freitag, 23. Mai, folgte dann das nächte Kapitel der Uhu-Geschichte: Ein weiteres Jungtier landete auf dem Domhof. Gefunden wurde es von einem Mitarbeiter des Kölner Architektenbüros Schilling, das den Umbau des Hildesheimer Doms verantwortet. Der Uhu hockte im Schatten eines großen Pappkartons. Offenbar war es aus der Zugangsluke zum Nistplatz gesprungen, der sich im Westwerk auf etwa 30 Meter Höhe befindet. Nach der Landung wanderte der Uhu dann offenkundig ein Stück weit über den Domhof.

„Das ist nicht ungewöhnlich“, verrät Wilhelm Breuer, Geschäftsführer des Bundesverbands der Europäischen Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen. Die Uhus seien inzwischen in dem Alter, in dem die Jungtiere für gewöhnlich das Nest verlassen. Dabei müssen sie auch in der freien Wildbahn teilweise tiefe Sprünge auf sich nehmen. „Normalerweise landen sie dabei aber auf einem weicheren Boden als hier auf dem Domhof“, berichtet Breuer.

Das Hildesheimer Jungtier hat die harte Landung vollkommen unverletzt überstanden. Dass Geschwistertier in der Woche zuvor weniger Glück hatte, kann Breuer allerdings auch erklären. Er vermutet, dass das erste Tier einfach noch zu jung gewesen sei, um das Nest zu verlassen. Er geht davon aus, dass es unbeabsichtigt aus dem Nistkasten gestürzt ist.

Während das erste Jungtier seine Verletzungen im Wildgatter Hildesheim auskuriert, hat die Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen die Versorgung des unverletzten Vogels übernommen. Das dritte Jungtier indes ist im Domturm verblieben. Wie es sich dort weiterentwickelt, kann über unsere Webcam beobachtet werden.

Aufgrund des großen Interesses an den Dom-Uhus ist der Server unserer Webcam derzeit leider gelegentlich etwas überlastet und schwer zu erreichen. Das ist bedauerlich, ließ sich in der Kürze der Zeit jedoch leider nicht beheben. Sollte die Webcam nicht zu erreichen sein, verschaffen Sie sich doch zwischenzeitlich in unserer Fotogalerie einen kleinen Eindruck von den Dom-Uhus.

Klicken Sie hier oder auf das Foto unten, um die Bilder der  Webcam zu sehen! Das Öffnen der Seite kann einige Sekunden dauern.

 

Uhus im Turm des Hildesheimer Doms

Neue Gäste im Dom: Anstatt der Turmfalken hausen nun Uhus im Westwerk des Doms.