Das Erbe bewahren und gestalten

05.06.2009

Der Hildesheimer Dom wird bis 2015 saniert und umgestaltet

Hildesheim (bph) Der Hildesheimer Dom wird bis zum Bistumsjubiläum im Jahre 2015 für rund 24,5 Millionen Euro saniert und umgestaltet und die angrenzende St. Antoniuskirche zum Dom-Museum umgebaut. Dazu schließt der Dom voraussichtlich im Januar 2010 und soll zum Fest Mariä Himmelfahrt am 15. August 2014 wieder eröffnet werden.

Südseite des Hildesheimer
Mariendoms; Bildquelle: bph

Seit dem Wiederaufbau des Doms in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die Bischofskirche nicht verändert und auch nicht renoviert. Außerdem entspricht die bauliche Anlage nicht mehr den zeitgemäßen liturgischen und ästhetischen Vorstellungen. Die Pläne des Architekten Prof. Johannes Schilling aus Köln sehen daher vor, den Dom gründlich zu sanieren, die Gebäudetechnik zu erneuern und einen angemessenen Brandschutz zu gewährleisten. Außerdem wird das Dach des Domes erneuert und eine neue Lautsprecheranlage installiert.

Die Sanierung des Doms soll sein romanisches Raumgefüge wieder herstellen. Dafür will das Domkapitel als Bauherr unter anderem die Bernwardtür nach innen versetzen, um sie so besser vor Witterungseinflüssen zu schützen. Der Architektenplan sieht vor, die Tür zu drehen, so dass die Schauseite nach außen zeigt, wie vom Stifter, dem Heiligen Bernward, ursprünglich beabsichtigt. Die Orgelempore wird durch eine frei tragende Konstruktion ersetzt und die Treppenanlage im Nordquerschiff entfernt. Im Zuge der Sanierung der Fußbodenheizung kann der Fußboden im Dom ohne größere Probleme leicht auf das ursprüngliche Bodenniveau abgesenkt und ein neuer Zugang zur Krypta geschaffen werden. Dort entsteht auch eine neue Grablege für die verstorbenen Bischöfe. Abgesenkt wird zudem der Altarraum. Der Hezilo-Leuchter kehrt an seinen ursprünglichen Ort in die Mitte des Domes zurück, dafür kommt der Azelin-Leuchter, der zur Zeit noch in der St. Antoniuskirche hängt, in den Chorraum. Das Taufbecken des Doms findet einen neuen Platz in der Mitte des Mittelschiffes.

Völlig neue Räume erhält das Dom-Museum des Bistums. Es zieht in die St. Antoniuskirche, die dafür umgebaut wird. Auf der deutlich größeren Ausstellungsfläche können die wertvollen Exponate, die zum UNESCO-Welterbe der Menschheit gehören, dann endlich angemessen präsentiert werden. Außerdem lassen sich dadurch deutlich mehr Schätze des Dom-Museums ausstellen.

Die Sanierung und Umgestaltung des Doms sowie der Umbau der St. Antoniuskirche werden voraussichtlich rund 24,5 Millionen Euro kosten. 7,3 Millionen Euro bringt das Bistum aus Eigenmitteln auf. 14,9 Millionen Euro erhofft sich die Diözese von großen Geldgebern wie unter anderem der Europäischen Union, dem Land Niedersachsen und verschiedenen Stiftungen und Hilfswerken. Das Land Niedersachsen hat zum Beispiel bislang zwei Millionen Euro zugesagt und das Bonifatiuswerk der Katholiken stellt eine Million Euro in Aussicht. Natürlich ist das Bistum auch auf Einzelspenden angewiesen. 2,3 Millionen Euro sollen auf diese Weise aufgebracht werden. Die Bauarbeiten in Dom und Antoniuskirche beginnen voraussichtlich 2010 und werden etwa vier Jahre dauern. Bis zum 1200. Geburtstag des Bistums im Jahre 2015 müssen die Arbeiten abgeschlossen sein.

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Architekturpläne