Ein starker Start

03.09.2010

Bischöfe und Ministerin vollzogen den ersten Spatenstich für das neue Dom-Museum

Hildesheim (bph) Ein starker Start für das neue Dom-Museum Hildesheim: Am Freitagnachmittag hat Bischof Norbert Trelle vor der ehemaligen Antoniuskirche gemeinsam mit der niedersächsischen Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Prof. Dr. Johanna Wanka, den ersten Spatenstich für den Kopfbau des neuen Dom-Museums vollzogen. Bis zum Bistumsjubiläum im Jahre 2015 soll an dieser Stelle unter Einbeziehung der ehemaligen Kirche das neue Museum entstehen – als Teilprojekt der Domsanierung.

Spatenstich Dom-Museum
Beim ersten Spatenstich (von links):
Architekt Prof. Johannes Schilling,
Oberbürgermeister Kurt Machens, die
niedersächsische Ministerin für
Wissenschaft und Kultur Prof. Dr. Johanna
Wanka, Bischof Norbert Trelle und
Weihbischof em. Hans-Georg Koitz,
Bildquelle: bph

Neben dem Bischof und der Ministerin griffen auch der Hildesheimer Domdechant und emeritierte Weihbischof Hans-Georg Koitz, Hildesheims Oberbürgermeister Kurt Machens und Architekt Prof. Johannes Schilling aus Köln zum Spaten. „Der Neubau des Dom-Museums gibt dem Besucher künftig die Möglichkeit, den Mariendom als UNESCO-Welterbestätte noch besser zu erleben. Hildesheim wird als bedeutender Ort niedersächsischer Kultur davon profitieren“, sagte Ministerin Wanka beim ersten Spatenstich. Bischof Trelle bedankte sich bei der Ministerin für die wohlwollende Begleitung des ganzen Unternehmens und wies auf die finanzielle Unterstützung durch die Landesregierung hin. „Nicht zuletzt durch ihre Hilfe können wir in wenigen Jahren einen der wertvollsten Domschätze Deutschlands endlich angemessen präsentieren“, sagte er der Ministerin.

Der Neubau des Dom-Museums ist ein anspruchsvolles architektonisches Projekt. Die Pläne des Architekten Prof. Johannes Schilling sehen vor, die im vergangenen Jahr profanierte Kirche St. Antonius zum Museum umzubauen und durch einen Kopfbau zu ergänzen. Das frühere Kirchenschiff wird mit einer Empore ausgestattet, von der aus der Domlettner im Kopfbau zu sehen sein wird. Der Lettner stand seit der Wiederherstellung des Doms 1960 in der Antoniuskirche. Die Fassade der Kirche bleibt erhalten.

Diözesankonservator Prof. Dr. Karl Bernhard Kruse hat die letzten Monate genutzt, um in und vor der profanierten Kirche zu graben. Dabei stieß er unter anderem auf Reste der Dommauer, die der Heilige Bischof Bernward um die vorletzte Jahrtausendwende bauen ließ. Die Mauer soll in den Kopfbau integriert werden und später dort zu sehen sein.

Bis Mitte des kommenden Jahres wird der zweigeschossige Kopfbau stehen. Dann beginnt auch der Innenausbau der Antoniuskirche. Zunächst wird dort eine Bodenplatte eingelegt und bis Frühling 2012 eine Zwischendecke eingezogen. Die Technik für den Alt- und Neubau soll im November 2013 eingebaut werden. Danach folgt die Inneneinrichtung.

In den nächsten Wochen beginnen die Arbeiter zudem mit dem Rückbau der vorhandenen Heiz- und Lüftungstechnik im Joseph-Godehard-Haus. Ab April 2011 bis Ende kommenden Jahres wird dort die neue Technik eingebaut und das ganze Gebäude bis Mitte 2012 grundrenoviert. Dort soll einmal die Verwaltung des Dom-Museums einziehen. Eingeweiht wird das ganze Ensemble nach der Eröffnung des sanierten Doms im Herbst 2014.

Das neue Dom-Museum soll 1.065 Quadratmeter groß werden. 580 Quadratmeter entfallen auf die zweigeschossige Antoniuskirche, 345 Quadratmeter auf den ebenfalls zweigeschossigen Kopfbau und 140 Quadratmeter auf den umgebauten Rittersaal des alten Museums, der in das Museum mit einbezogen wird. Das Dom-Museum wird ebenso wie der neue Dom an eine Fernwärmeleitung angeschlossen und über ein Holzhackschnitzelheizkraftwerk beheizt.

Der Um- und Neubau des Museums einschließlich der Sanierung des Joseph-Godehard-Hauses wird rund 9,6 Millionen Euro kosten. Davon trägt das Bistum 3,4 Millionen Euro. 3,5 Millionen Euro kommen von der EU, eine Million Euro schießt das Land Niedersachsen aus Mitteln des Konjunkturpaketes II zu. Die Stiftung Niedersachsen wird sich mit vermutlich 900.000 Euro an den Kosten beteiligen, die Klosterkammer mit 350.000 Euro und weitere Stiftungen mit insgesamt 400.000 Euro.