Bernwards Mauer durchkreuzt die ursprüngliche Bauplanung

Die Domsanierung wird teurer, der Eigenanteil des Bistums soll stabil bleiben

Hildesheim (bph) Ein archäologischer Fund mit weitreichenden Folgen: An der Ostseite des Joseph-Godehard-Hauses sind Archäologen und Architekten des Bistums bei Probegrabungen auf die so genannte Bernwardmauer gestoßen. Die Überreste des Mauerrings, den Bischof Bernward vor rund 1000 Jahren um den Dombezirk ziehen ließ, durchkreuzen nun im wahrsten Sinne des Wortes die Bau- und Kostenplanungen zur Domsanierung. Der notwendige Mehraufwand wird auf etwa 1,5 Millionen Euro kalkuliert. Die Summe soll durch Einwerben weiterer Zuschüsse aufgebracht werden.

Die Existenz der Bernwardmauer ist für die Fachleute keine Überraschung, sehr wohl aber ihr Zustand. Die jetzt gefundenen Überreste sind nicht nur umfangreicher als erwartet, sondern auch noch so gut erhalten, dass sich das Domkapitel als Bauherr in der Pflicht sieht, den Fund zu bewahren und als bernwardinisches Erbe in das neue Dom-Museum zu integrieren. Der ursprünglich am Fundort geplante Raum für die Klimatechnik des Museums muss dafür weichen und soll nun im Joseph-Godehard-Haus untergebracht werden.

Die Zuversicht der Bistumsleitung, die Mehrkosten durch Zuschüsse abdecken zu können, gründet nicht zuletzt auf den guten Erfahrungen bei der Finanzierung der Arbeiten zur Neugestaltung des Domumfeldes: Die Kosten für diese in den Ursprungsplanungen auch nicht vorgesehene Maßnahme in Höhe von 2,9 Millionen Euro werden vollständig aus dem Konjunkturpaket des Bundes finanziert werden.

Mit Umfeldgestaltung und modifizierten Museumsplanungen summieren sich die Kosten für die Domsanierung auf nun 29,98 Millionen Euro. Da der Eigenanteil des Bistums mit 7,225 Millionen Euro konstant bleiben soll, ist der Differenzbetrag über Zuschüsse, Spenden und Fundraisingaktionen aufzubringen; bereits jetzt konnten 16,9 Millionen Euro erfolgreich eingeworben werden. Weitere 2 Mio. Euro erwartet das Bistum aus Einzelspenden. Um gleichwohl mögliche Deckungslücken und Risiken, wie zum Beispiel Inflation, abfangen zu können, wird das Bistum zur Sicherheit eine Rückstellung in Höhe von 5,6 Millionen Euro bilden. Sofern sie zur Finanzierung herangezogen werden muss, wird sich der Eigenanteil des Bistums erhöhen.

Die Bauarbeiten in Dom und Antoniuskirche beginnen 2010 und werden etwa viereinhalb Jahre dauern. Bis zum 1200. Geburtstag des Bistums im Jahre 2015 müssen die Arbeiten abgeschlossen sein.